DER SPIEGEL tut mal wieder das, was er am besten kann – anderen den Spiegel vorhalten. In dem am Freitag erschienenen Artikel „Europa der Intoleranten“ berichtet der linke Brandstifter über eine von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebene und kürzlich veröffentlichte Studie, die laut SPIEGEL Erschreckendes über die Ansichten der Europäer zu Tage treten lässt: „Ein Drittel sieht eine natürliche Hierarchie zwischen Völkern, die Hälfte lehnt den Islam ab und eine Mehrheit ist sexistisch.“
Chauvinismus, Engstirnigkeit und Sexismus – eigentlich Merkmale, die man mit der Türkei, Iran oder Saudi-Arabien in Verbindung bringen würde, aber nicht mit dem wohl tolerantesten Kontinent der Welt. Um ihre Thesen zu untermauern und ihre Vorwürfe an Zahlen festzumachen, präsentieren uns die SPIEGEL-Redakteure Zustimmungswerte zu ausgewählten Fragen, die Bürgern acht europäischer Länder gestellt worden sind. Doch welche als zutreffend empfundenen Aussagen bringen die unter Europäern vermeintlich weitverbreitete Intoleranz ans Licht? Drei Beispiele der von der SPIEGEL-Redaktion ausgewählten Aussagen:
- „Manche Kulturen sind anderen klar überlegen.“ 41,6 Prozent der Deutschen stimmen dieser Aussage zu. Ein Skandal! Schließlich lehrt uns der durch die Linke etablierte Werterelativismus, dass alle Kulturen gleichwertig seien. Werte könnten demnach keine universelle Geltung haben, da sie aus gesellschaftlichen Präferenzen hervorgingen. Und wenn alle Kulturen und die mit ihnen einhergehenden Werte relativ sind, so kann es auch keine Kulturen geben, die anderen überlegen sind. Kuturen, in denen universelle Menschenrechte gelten, sind somit anderen Kulturen, in denen Genitalverstümmelungen, Ehrenmorde und Steinigungen geduldet oder gar befürwortet werden, nicht überlegen. Wer dem nicht zustimmt, gilt in den Augen der SPIEGEL-Radaktion als menschenfeindlich.
- „Es gibt zu viele Muslime im jeweiligen Land.“ 46,1 Prozent der Deutschen stimmen zu. Das macht sie zu Islamophoben. Die Friedrich-Ebert-Stiftung bringt es auf den Punkt: „Die weit verbreiteten Vorurteile, die in allen Ländern der Europäischen Union zu beobachten seien, ermöglichen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, so die Studie: ‚Der Populismus beschimpft, der Extremismus bekämpft‘“. Muslime in Deutschland können zwar Moscheen bauen, sich frei zu ihrer Religion bekennen und Islamwissenschaften studieren, sind aber, wie aus der Studie hervorgeht, extremer gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt. Das finden auch die SPIEGEL-Redakteure nicht in Ordnung und öffnen uns die Augen für die Realität, pardon, ihre Realität.
- „Frauen sollten ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ernster nehmen.“ 52,7 Prozent Zustimmung unter Deutschen, bei den ultrasexistischen Polen und Ungarn sind es sogar fast 90 Prozent. Was genau ist eigentlich sexistisch an der Ansicht, dass Frauen ihre Rolle als Ehefrau und Mutter erster nehmen sollten? Kann man nicht gleichzeitig der Ansicht sein, dass Männer ihre Rolle als Ehemann und Vater ernster nehmen sollten? Die alternative Ansicht wäre doch: Frauen sollten ihre Rolle als Ehefrau und Mutter weniger ernst nehmen. Dass die Linke nicht zu den leidenschaftlichsten Verteidigern der traditionellen Familie zählt, ist seit längerem bekannt. Dass nun jedoch Bürger, die sich nach weniger Fremdgängerinnen und Rabenmüttern in der Gesellschaft sehnen, vermeintlich sexistische Ansichten vertreten, ist eine völlig neue Dimension des progressiven Wahnsinns.
Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung und der SPIEGEL-Artikel, der sie zelebriert, bringen einmal mehr die Arroganz der politischen Klasse gegenüber den legitimen Ansichten großer Teile der Bevölkerung zum Ausdruck. Jeder, der sich nicht den Ansichten der linken Meinungsmacher unterwirft, muss damit rechnen, als engstirnig und intolerant verschrien zu werden. Dabei kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die wahre Intoleranz nicht in der breiten Bevölkerung zu suchen ist.