Seit Jahrzehnten führe die Menschheit einen erbitterten Krieg gegen sich selbst, der von Marx erklärt und von Lenin bekräftigt wurde. US-Präsident Reagan wusste von der existenziellen Gefahr durch die kommunistische Ideologie, als er über die Ursachen von Armut, Massenenteignungen und wirtschaftlichem Elend in der sozialistischen Welt sprach. In der neuzeitlichen Menscheitsgeschichte fielen der bis heute oft verharmlosten totalitären Ideologie die meisten Menschen zum Opfer. Das hindert Linksintelektuelle weltweit jedoch nicht daran, die Umsetzung der utopischen Theorie in die Realität mit Nachdruck zu propagieren.
Unter Berufung auf eine Umfrage unter konservativen US-Wissenschaftlern weist das amerikanische Magazin Human Events “Das Kommunistische Manifest” von Karl Marx und Friedrich Engels als das schädlichste Buch des 19. und 20. Jahrhunderts aus. Die Zahl der Menschen, die unter dem Primat der totalen Gleichheit umgekommen sind, ist historisch beispiellos. Lässt man die Zahl der Kriegstoten außen vor, fielen dem Maoismus und der chinesischen Kulturrevolution schätzungsweise 77 Millionen Menschen, dem Stalinismus rund 62 Millionen Menschen (darunter der Völkermord an sieben Millionen ukrainischen Bauern), der Roten Khmer unter der Führung Pol Pots zwei Millionen Kambodschaner sowie der Chuch’e-Ideologie zwei Millionen Nordkoreaner zum Opfer. Hinzu kommen Massensäuberungen durch die kommunistischen Regime in Kuba, Vietnam, China und etlicher anderer Staaten.
Ihre Wurzeln haben die kommunistischen Strömungen in der Neuzeit des 19. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund der Industrialisierung und des technologischen Fortschritts formulierte Karl Marx seine Theorie von der Klassengesellschaft. Danach stünden sich in der Gesellschaft zwei Klassen grundsätzlich divergent gegenüber: Die Bourgeoisie, die die Produktionsfaktoren und das Kapital inne hätte und das Proletariat, das von der Bourgeoisie ausgebeutet würde. Die Vorherrschaft der Kapitalisten würde zu einer gewaltigen Kluft zwischen den sozialen Klassen führen und die Armen in ihren Rechten beschneiden. Aus dieser sozialen Ungleichheit heraus, die Marx zufolge zwangsläufig in sozialer Ungerechtigkeit mündet, erwachse die Notwendigkeit einer weltweiten Auflehnung der Arbeiterklasse gegen das bestehende kapitalistische System. Unter dem Aufruf zum Klassenkampf (“Proletarier aller Länder, vereinigt euch!”) sollen sich alle “Besitzlosen” zusammentun und mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die Welt von den Kapitalisten bereinigen, um das Ziel einer klassenlosen Gesellschaft zu verwirklichen:
Indem wir die allgemeinsten Phasen der Entwicklung des Proletariats zeichneten, verfolgten wir den mehr oder minder versteckten Bürgerkrieg innerhalb der bestehenden Gesellschaft bis zu dem Punkt, wo er in eine offene Revolution ausbricht und durch den gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie das Proletariat seine Herrschaft begründet.
Zeitgeschichtliche Revolutionen wie der Spartacus-Aufstand, die bolschewistische Oktoberrevolution 1917 unter Lenin oder die Französische Revolution sind für überzeugte Kommunisten Leitsymbole für den Sturz tradierter Ordnungen. Die Verfechter der marxistisch-leninistischen Ideologie versuchen seit jeher die Idee von der sozialen Gleichheit aller Menschen am Leben zu erhalten, indem sie die Trennung von Theorie und Praxis betonen. Dem Selbstverständnis nach sieht sich der reale Sozialismus im Streben nach dem kommunistischen Idealzustand, eine einheitliche Weltgesellschaft zu errichten, immer nur als einen vorübergehenden Zustand. Dabei spricht der Kommunismus, der für sich beansprucht, das Endheil der menschlichen Geschichte zu sein, den Nationalstaaten das Existenzrecht ab:
Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituiren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.
Dort, wo der Kommunismus in der Welt Einzug erhalten hatte, entpuppte er sich rasch als Trojanisches Pferd, als eine zutiefst inhumane und brutale Ideologie, deren Tyrannei und Misswirtschaft wie ein Erreger grassierte. Der Grund dafür liegt im menschlichen Inneren: das kommunistische Ideal läuft der Natur des Menschen zuwider. Kommunisten gehen davon aus, dass sie eine für alle Individuen erstrebenswerte und gerechte Ordnung vertreten, in der jeder über die gleichen Besitztümer verfügt. Doch wer diesem Ideal nicht entspricht, wird widerwillig in Erziehungslager abgeschoben oder als Feind eines vermeintlich solidarischen Systems umgebracht.
Die Geschichte des Realsozialismus zeigt, dass alle menschlichen Attribute, Leidenschaften und persönlichen Motive dem egalitären Erziehungswahn untergeordnet werden. Danach müsse der Mensch von Egoismus, Eigennutz und einem ungleichen Besitzverhältnis gegenüber anderen befreit werden. Unter der Prämisse, dass der edle Zweck die Mittel heiligt, wird die Bereinigung des Menschen von scheinbar schlechten, sozial konstruierten Eigenschaften legitimiert.
Als eine antiliberale und kapitalismusfeindliche Ideologie erhebt der Kommusnismus auch den Anspruch, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu einer Einheit zusammenzufügen. Doch mit der Idee einer zentralen Planwirtschaft enden alle sozialistischen Staaten unabwendbar in einer Diktatur, da die Gewalt über die Wirtschaft nicht mehr von privaten Betrieben ausgeht, sondern von einem mächtigen Zentralstaat, der das Individuum in seiner wirtschaftlichen Freiheit, auf Basis von Nutzenkalkülen eigene ökonomische Ziele zu verfolgen, hindert. In seinem Manifest fordert Marx einen solchen Staatsapparat, der den Bürger durch Expropriation vom Privateigentum entbindet und jegliche Grund- und Besitztümer verstaatlicht.
Der Verweis linker Fanatiker, Theorie von tatsächlicher Umsetzung zu unterscheiden, ist ein zynischer Umgang mit den Gräueltaten im Namen der gottlosen Ideologie und zugleich eine Verhöhnung aller Opfer. Und was hilft der Gesellschaft schon eine Theorie, die konsequent missbraucht und nicht einmal ansatzweise in die Praxis umgesetzt wurde. Konrad Adenauer sagte einmal, dass alles, was Sozialisten vom Geld verstünden, sei die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen. Bezeichnenderweise sind die meisten sozialistischen Diktaturen an ihrer Unfähigkeit, die wirtschaftlichen Ressourcen effizient zuzuteilen, zugrunde gegangen. Viele Volkswirtschaften wurden maßlos heruntergewirtschaftet und Völker auf der ganzen Welt ihrer Freiheit, ihres Wohlstandes und ihrer Lebensqualität beraubt. Selbst Fidel Castro, der Vater der kubanischen Revolution und Vorbild unzähliger linker Idealisten, hatte kürzlich eingestanden, dass das sozialistische System auf Dauer nicht funktioniere.
Ein Gespenst geht um in der Welt – das Gespenst des Kommunismus: der widerwärtigsten Pest der Menschheit.