Boston Tea Party – No Taxation without Representation

Die Boston Tea Party am 16. Dezember 1773 markiert den Höhepunkt des Widerstandes der 13 nordamerikanischen Kolonien gegen die Besteuerungspolitik der Kolonialregierung Groß- britanniens. An jenem Tag enterte eine Gruppe von etwa 50 Kolonisten unter der Führung von Samuel Adams und verkleidet als Mohawk-Indianer die im Bostoner Hafen vor Anker liegenden Schiffe – die von der britischen Ostindiengesellschaft (“East India Trading Company”) entsandt wurden – und kippte als Zeichen ihres Widerstands die gesamte Teeladung von 342 Kisten ins Hafenwasser.

Der friedlichen Aktion war ein großangelegter Aufruf zum Boykott vorausgegangen. Als am 28. November das erste von vier mit Tee beladenen Schiffen namens “Dartmouth” den Hafen erreichte, zierten bald darauf etliche Flugblätter des Protests das Bostoner Stadtbild:

Friends! Brethren! Countrymen! That worst of plagues, the detested tea, shipped for this port by the East India Company, is now arrived in the harbor; the hour of destruction, or manly opposition to the machinations of tyranny, stares you in the face. Every friend to his country, to himself and to posterity, is now called upon to meet at Faneuil Hall, at nine o’clock THIS DAY (at which time the bells will ring), to make united and successful resistance to this last, worst, and most destructive measure of administration.

Hintergrund des Bostoner Bürgerprotests in der damaligen britischen Kolonie Massachusetts war die finanzielle Not des Mutterlandes Großbritannien, die sich nach der militärischen Niederlage gegen Frankreich im Zuge des Siebenjährigen Krieges zuspitzte. Um dem drohenden Staatsbankrott entgegenzusteuern wurden unter König Georg III.  zahlreiche Gesetze erlassen, die eine Besteuerung der durch die amerikanischen Kolonien importierten Güter vorsahen – mit dem Ziel zusätzliche Einnahmen in die erschöpfte Staatskasse zu spülen. Weil die beschlossenen Steuerbelastungen bald auf heftige Gegenwehr stießen, wurden sie in der Folge wieder aufgehoben. In einem anonymen Bericht wird der als “Massaker von Boston” in die Geschichte eingegangene eskalierte Zusammenstoß von Neuengländern mit britischen Soldaten vom 5. März 1770 wie folgt geschildert:

At the end of the late [French and Indian] war, in which this province bore so distinguished a part, a happy union subsisted between Great Britain and the colonies. This was unfortunately interrupted by the Stamp Act; but it was in some measure restored by the repeal of it. It was again interrupted by other acts of parliament for taxing America; and by the appointment of a Board of Commissioners, in pursuance of an act, which by the face of it was made for the relief and encouragement of commerce, but which in its operation, it was apprehended, would have, and it has in fact had, a contrary effect.

Um die Machtposition und Autorität der britischen Obrigkeit nach der blutigen Auseinandersetzung zu wahren und den Herrschaftsanspruch über die amerikanischen Kolonien zu festigen, wurde am 4. Mai 1773 der sogenannte “Tea Act” vom britischen Parlament verabschiedet. Immer wieder lehnten die Kolonisten jegliche Besteuerungsvorhaben der britischen Krone ab – mit der Begründung, dass sie im Londoner Parlament nicht vertreten seien. Aus dieser entschlossenen Grundhaltung erwuchs der Leitspruch “no taxation without representation” (keine Besteuerung ohne Vertretung). Die unmittelbar nach dem Bürgeraufstand verhängten Sanktionen gegen  Boston,  die den Namen “Intolerable Acts” trugen, führten im Anschluss zum Ausbruch des  Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

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